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Freitag, 18. September 2015

Die Freitagskolumne von Ursula Prem: Klartext zu § 63 StGB - höchste Zeit für seine Abschaffung!

Nicht nur der Fall Mollath hat es überdeutlich ans Tageslicht gebracht: Das Einfalltor fast aller zwangspsychiatrischer Übel besteht in § 63 StGB. Das einzig Klare an diesem Gummiparagrafen ist sein Wortlaut, während die aus ihm folgende Notwendigkeit der Auslegung durch Vertreter der psychiatrischen Zunft zu einem erheblichen Lebensrisiko für jeden einzelnen Menschen in unserer Gesellschaft geworden ist. Die aktuell gültige Fassung im Wortlaut ...

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Dienstag, 7. Juli 2015

Kino: »Mollath - Und plötzlich bist du verrückt« - ein Beitrag von Ursula Prem

Gustl Mollath
Foto: U. Prem
Die Herausforderung war eine gewaltige, und die beiden Jung-Regisseurinnen Leonie Stade und Annika Blendl haben sich ihr mit Bravour gestellt: In 93 Minuten erzählt ihr Film »Mollath – Und plötzlich bist du verrückt« die Geschichte des Justiz- und Psychiatrieskandals, der den Nürnberger Gustl Mollath siebeneinhalb Jahre lang seiner Freiheit beraubt hatte. Zu Unrecht, wie das Landgericht Regensburg im Jahre 2014 unmissverständlich klarstellte ...

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Freitag, 3. Juli 2015

Buchtipp: »Das Recht im Irrenwesen« von Eduard August Schroeder

Buchvorstellung von Ursula Prem (Hg.)

Ursula Prem
Wie schwer es sein kann, aus den Fängen der forensischen Psychiatrie zu entkommen, machte der Fall Gustl Mollath in nie da gewesener Weise transparent. Wie rechtlos die Räume sein können, in die einer geworfen wird, dem derartige Segnungen des Humanismus (»Therapie statt Strafe«) zuteilwerden, hätten sich zuvor nur wenige Menschen vorstellen können. § 63 StGB als das Haupteinfalltor ärztlicher Willkür im deutschen Rechtssystem macht es möglich: Kaum ein Gericht wird ohne günstiges psychiatrisches Gutachten jemals wieder auf die Entlassung des Untergebrachten erkennen, der Arzt ist faktisch zum Richter geworden ...

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Montag, 22. Juni 2015

Buchtipp: Der Fall Mollath – Vom Versagen der Justiz und Psychiatrie


Wenn der Zweck von Medizin nicht mehr in der Erhaltung der menschlichen Gesundheit besteht, sondern die edle Heilkunst zu einem Zerrbild wird, das sich mühelos als Machtmittel gegen die eigenen Patienten missbrauchen lässt, passieren Fälle wie der von Gustl Mollath. Dass er wider Willen zum »Patienten« erklärt wurde und siebeneinhalb Jahre in der forensischen Psychiatrie zubringen musste, liegt an einem Konstruktionsfehler des Rechtsstaats, der es möglich macht, Menschen aufgrund angeblicher psychischer Krankheit auf unbestimmte Zeit zur Unterbringung im Maßregelvollzug zu verurteilen. Das schärfste Schwert, wenn es um derartige Entrechtung geht, besteht in § 63 StGB, »Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus«. Darin heißt es: ...

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Donnerstag, 26. Februar 2015

Forensische Psychiatrie – Gerhard Strates Buch »Der Fall Mollath«

»Der Fall Mollath« - 
eine schonungslose 
Abrechnung mit der 
forensischen Psychiatrie
Seit dem Fall Mollath steht die forensische Psychiatrie im Fokus der öffentlichen Betrachtung. Vorbei die Zeiten, da lieber niemand so genau wissen wollte, was sich hinter den weißen Mauern abspielt. Und so zieht das im Dezember 2014 erschienene Buch »Der Fall Mollath – Vom Versagen der Justiz und Psychiatrie« von Gerhard Strate schonungslos Bilanz und zeigt die verheerenden Mechanismen auf, die mit der Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens in Gang gesetzt werden ...

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Mittwoch, 3. Dezember 2014

Ministerkegeln oder: Wie eine Fragestellerin das politische Ende von Bayerns Staatsministerin Haderthauer einleitete

Ursula Prem
Alles begann mit einer Anfrage auf abgeordnetenwatch.de zum Fall Mollath – am Ende stand der Rücktritt der bayerischen Staatsministerin Christine Haderthauer. Als Haderthauer die Fragestellerin mit einer nichtssagenden Antwort abspeist, lässt diese nicht etwa locker, sondern fühlt sich erst recht herausgefordert. Wie die Recherchen einer Bürgerin eine Affäre auslösten ...

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Dienstag, 26. August 2014

Mein letztes Wort zu Gustl Mollath - Ein Fazit von Ursula Prem

Persönlich mit Gustl Mollath in Kontakt gekommen war ich noch zur Zeit seiner Haft durch meinen Versuch der Aufklärung nächtlicher Schlafentzüge in den Forensiken, die Mollath in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk geschildert hatte. Eine entsprechende Anfrage an die zuständige Ministerin Christine Haderthauer über abgeordnetenwatch.de hatte lediglich eine wenig greifbare Antwort ergeben, die ich brieflich an Gustl Mollath weiterleitete. Hierauf erhielt ich von ihm den Hinweis, dass es in der Straubinger Forensik eine Modellbaufertigung gebe, die mit der Familie Haderthauer zu tun hätte ... 


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Montag, 18. August 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 16. Tag: Urteilsverkündung - Ein Beitrag von Ursula Prem

Landgericht Regensburg
14. August 2014:
Urteilsverkündung
Es ist das etwas profane Ende eines insgesamt über 13 Jahre andauernden Albtraums: Am 14. August 2014 wird Gustl Mollath vom Landgericht Regensburg freigesprochen.

»Der Angeklagte ist für die Zeiträume der Unterbringung zur Beobachtung vom 30.06.2004 bis 07.07.2004 und 13.02.2005 bis 21.03.2005, dem Zeitraum der einstweiligen Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus vom 27.02.2006 bis 12.02.2007 und dem Zeitraum der Vollstreckung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus aufgrund des Urteils des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 08.08.2006 vom 13.02.2007 bis 06.08.2013 aus der Staatskasse zu entschädigen« [Quelle] ...


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Montag, 11. August 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 15. Tag: Verhandlungsmarathon - Ein Bericht von Ursula Prem

15. Verhandlungstag in
Regensburg

Der 15. Verhandlungstag im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath wird mit Spannung erwartet: Nicht nur die für heute vorgesehenen Plädoyers, sondern auch die Ankündigung des Angeklagten, eigene Anträge zu stellen und sich nunmehr auch selbst zur Sache einlassen zu wollen, sorgen für einen vollen Saal ...


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Sonntag, 10. August 2014

Gerhard Strate - Gustl Mollath und die Eule der Minerva


»... Die Eule der Minerva - so Hegel - beginnt ihren Flug erst in der Dämmerung. Und die Wahrheit hat ihren frühen Abend bald gefunden ...

... Um es nochmals zu betonen: Wir sind wirklich sehr zuversichtlich. Die Eule der Minerva wird am Donnerstag ihren Flug beenden.

Und ich werde mich dann aus allen weiteren Aktivitäten in dieser Sache zurückziehen.

Herzliche Grüße an alle, einen schönen Sonntag und eine gute Woche wünscht

Gerhard Strate«


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Dienstag, 5. August 2014

Martin Heidingsfelder: Fünf Anwälte oder ein Plagiator für Gustl Mollath? - Ein Beitrag von Ursula Prem

Dass es den Brandstifter nicht selten zur Feuerwehr zieht, ist ein alter Witz. Und dass der Zweck die Mittel heiligt, ist ebenfalls bekannt. Was zum Schutz von Hab und Gut der Feuerwehrmann, ist zur Wahrung wissenschaftlicher Sorgfalt der Plagiatsjäger: Ein wackerer Kämpfer an der Front von Lug und Trug, der dafür sorgt, dass allzu fadenscheinige Bäume nicht in den Himmel wachsen und ein Hauch erzwungener Ehrlichkeit durch die ehrwürdigen Hallen der Unis zieht. Auch die Charakterstärke von Politikern lässt sich auf solche Weise einer Prüfung unterziehen, sofern sie einen Doktortitel führen. Martin Heidingsfelder, seines Zeichens angeblicher Gründer der Plagiatsjäger-Plattform »Vroniplag« (nichts Genaues weiß man nicht) formuliert auf seiner Website ...

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Dienstag, 29. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 14. Tag: 27 Anträge - von Ursula Prem

Landgericht Regensburg
»Lieber Gustl, die aktuelle Situation veranlasst mich leider, nach einem Jahr der intensiven Beschäftigung mit Deiner Sache nunmehr eine Zwischenbilanz zu ziehen. Du wirst Dich über diese brutale Formulierung wundern, doch ich kann sie Dir nicht ersparen, wenn ich weiterhin authentisch bleiben will, was ich definitiv will: Momentan muss ich leider feststellen, dass Du auf dem besten Wege bist, alles, was sich zu Deinen Gunsten aufgebaut hat, mit dem Arsch wieder einzureißen.«  [Quelle]


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Samstag, 26. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 13. Tag: Erkenntnisquellen - von Ursula Prem

Dr. Norbert Nedopil
Foto: Ursula Prem
In wissenschaftlichen Zusammenhängen stellt das Instrument der Begutachtung ein wohltuend-rationales Element in der oft emotional aufgeladenen Atmosphäre eines Rechtsstreits dar. Im aktuell laufenden Regensburger Wiederaufnahmeverfahren ist dies bereits am 10. Verhandlungstag durch das medizinische Gutachten von Professor Dr. Eisenmenger und am 11. Prozesstag durch Dipl.-Ing. Rauscher deutlich geworden. So hatte sich Eisenmenger mit Akribie dem Attest zugewandt, das die angeblichen Verletzungen der Petra Mollath bescheinigt hatte und war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sachlage ein »Sammelsurium von Aspekten« darstelle und es zahlreiche Inkonsistenzen in den Schilderungen der Ex-Frau gebe. Rauscher, der die Mollath zur Last gelegten Reifenschäden einer sachverständigen Betrachtung unterzogen hatte, war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen: Auch von diesen Vorwürfen war im Licht der rationalen Betrachtung nichts übriggeblieben ... 

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Freitag, 25. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 12. Tag: Das »Instrument der Betreuung« - von Ursula Prem

Tag 12 im WA-Verfahren gegen
Gustl Mollath
Der heutige 12. Verhandlungstag vor dem Regensburger Landgericht steht im Zeichen der Psychiatrie. Obwohl beide von Beruf Psychiater, könnten die für heute geladenen Zeugen unterschiedlicher nicht sein. Als Erster sagt Dr. Johann Simmerl aus, seines Zeichens leitender Arzt der Allgemeinpsychiatrie am Bezirksklinikum in Mainkofen. Er hatte im Jahre 2007 ein Gutachten über Gustl Mollath erstellt, das die Frage seiner Geschäftsfähigkeit beantworten sollte ... 


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Donnerstag, 24. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 11. Tag: Freund und Feind - von Ursula Prem

Der 11. Verhandlungstag im Mollath-Prozess beginnt für mich unter einem gewissen Zeitdruck, denn aufgrund folgender Twitter-Nachricht hatte ich mich aus Sorge um einen Parkplatz ziemlich beeilt:

»Weiterhin in Vorbereitung: Straßensperre vor dem Gericht in Regensburg! "Freispruch 1. Klasse für Gustl Mollath" Mittwoch 8-10 Uhr«

22. Juli 2014, Quelle: Twitter

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Samstag, 19. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 10. Tag: »Sammelsurium von Aspekten« - Ein Bericht von Ursula Prem

Prof. Dr. Wolfgang Eisenmenger
Foto: Ursula Prem
Der 10. Verhandlungstag in Regensburg beginnt in fast weihnachtlicher Atmosphäre: Oberstaatsanwalt Meindl präsentiert dem Gericht eine bunte Schachtel, die ihm im Zusammenhang mit dem Mollath-Prozess übersandt worden war. Die darin befindliche, recht umfangreiche Rolle mit verschiedenen Dokumenten macht unwillkürlich neugierig. Die im Saal wahrnehmbare Spannung löst sich jedoch, als Meindl verkündet, die Unterlagen seien seiner Auffassung nach nicht zuzuordnen.


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Freitag, 18. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 9. Tag: Nur eben »ungewöhnlich« - Ein Bericht von Ursula Prem

9. Verhandlungstag im WA-Verfahren Gustl Mollath
Foto: Ursula Prem
Als sich Psychiater Dr. W. und Gustl Mollath zum ersten Mal über den Weg liefen, deutete nichts darauf hin, dass man sich nicht lange danach unter ganz anderen Vorzeichen wiedertreffen würde. Den Nachbarn von Dr. W. hatte Mollath aufsuchen wollen: Bernd R., einen langjährigen Arbeitskollegen seiner Frau. Dass ihm dabei ausgerechnet Dr. W. über den Weg lief und dieser später eine persönliche Einschätzung dieser Begegnung gegenüber seinem Nachbarn kundtat, sollte wenig später zu beträchtlichen Verwicklungen führen. Nachbarn Gustl Mollaths hätten Dr. W. »privat auf dessen Zustand angesprochen«, sollte es später im Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth heißen, weshalb der Sachverständige sich für befangen erklärt und gebeten habe, ihn von der Gutachtenerstellung zu entbinden ...

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Donnerstag, 17. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 8. Tag: »Mein Freund M.« - Ein Bericht von Ursula Prem

Das helle Licht der Öffentlichkeit: Wiederaufnahme für Gustl Mollath
vor dem Landgericht Regensburg. Foto: Ursula Prem
Die umfangreiche Zeugenliste in seinem Wiederaufnahmeverfahren dürfte für Gustl Mollath so manches Déjá-vue-Erlebnis bergen. Ob ein ehemaliger Pflichtverteidiger mit fragwürdigen Angstzuständen und offenkundigem Belastungseifer oder früher mit seinem Fall betraute Psychiater und Richter: Mollath, das wird jedem unbefangenen Prozessbeobachter klar, hat eine mehrjährige unfreiwillige Fahrt in der Geisterbahn hinter sich, deren Protagonisten erst nach und nach ihren Schrecken verlieren. Möglich macht es das helle Licht eines öffentlichen Prozesses, der auch am 8. Verhandlungstag giftige Blasen an die Oberfläche bringt und transparent macht, warum Mollath als Einzelkämpfer so lange keine Chance hatte ...

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Mittwoch, 16. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 7. Tag: Das Spiel ist aus! - Ein Bericht von Ursula Prem

Gustl Mollath
Wer wenig Ahnung von Theaterdonner hat, lässt sich leicht von ihm beeindrucken. Möglichst laut und vor allem im richtigen Moment muss er ertönen, um den maximalen Effekt zu erzielen. Das dachte sich wohl gestern auch Nebenklageanwalt Jochen Horn, der die undankbare Aufgabe übernommen hat, eine angeblich Geschädigte zu vertreten, die nicht bereit ist, ihre Vorwürfe vor Gericht zu wiederholen. Besonders nach der mehr als bizarren Zeugenaussage des neuen Ehemannes der Mollath-Ex wird immer plastischer erkennbar, dass von sämtlichen Mollath zur Last gelegten Straftaten nicht mehr als heiße Luft übrigbleiben wird ...   

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Dienstag, 15. Juli 2014

Wiederaufnahme Gustl Mollath – 6. Tag: Unsichtbare Luftballons - von Ursula Prem

Gute Stimmung auf der Verteidigerbank am 6. Prozesstag:
Gustl Mollath, Gerhard Strate, Caroline Arnemann
Foto: Ursula Prem
So umfangreich und verwirrend der Fall Gustl Mollath sich darstellt, so einfach ist es, seinen einzigen roten Faden zu finden: Alle Vorwürfe verlieren sich konsequent im Nirgendwo. Wer hatte nochmal eigentlich das Video gesehen, auf welchem ein Mann, ähnlich gekleidet wie Mollath, unvorstellbare Dinge mit unschuldigen Autoreifen anstellen soll? – Das Nürnberger Landgericht jedenfalls nicht. Das bestätigt heute auch der damalige Schöffe Karl-Heinz Westenrieder als Zeuge im Regensburger Wiederaufnahmeverfahren. Und wer hat jemals die angebliche Narbe bemerkt, die Mollath durch einen Biss in den Arm seiner Ex-Frau verursacht haben soll? Hieß es im Urteil von 2006 noch, »dass von der blutenden Bisswunde noch heute eine Narbe zu sehen ist«, so kann nicht einmal der jetzige Ehemann der Frau Auskunft darüber geben, ob diese Verletzung existiert. Die Bisswunde sei »so gut wie verheilt«, er wisse, dass es die gibt, am Ellbogen, rechts oder links, er habe nicht nachgeguckt.


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